Gebackenes zum 1. Advent

Advent

Das Wochenende ist da, die Wohnung festlich dekoriert um uns das zu geben wonach sich in dieser dunklen Zeit so mancher sehnt: Licht, Wärme, ein Gefühl von Heimat. Bevor das Plätzchenbacken aber beginnen kann, gilt es die richtigen Zutaten auszuwählen: Gewürze und Butter für den Geschmack, Mehl als Substanz, Zucker für die Süße, Eier zur Bindung und eine kleine Prise Salz für das gewisse Etwas, um die Mischung abzurunden.

Ein bisschen ist das ja im Leben auch so. Viele Zutaten ergeben den Brei in dem wir schwimmen. Zu viel Zucker und der Magen ist schnell verdorben, zu viel Salz und aus dem guten Teig wird eine ungenießbare Masse. Auf die Mischung kommt es an. Sicher, wir backen letzten Endes unser Leben selbst, um beim Bild zu bleiben, aber doch sind wir abhängig von der Güte unserer Zutaten. Diese Zutaten können wir uns aber in den seltensten Fällen aussuchen. Ob hinter der nächsten Ecke nun eine große Tüte FairTrade-Zucker oder ein Kilogramm ranzige Mandeln wartet können wir nur erahnen. Ob unser Teig gelingt hängt also nur zu einem gewissen Teil von uns ab. Und: Jedes noch so filigran ausgestochene Plätzchen kann im Ofen zerlaufen oder verbrennen.

Und doch dürfen wir den Mut dabei nicht verlieren. Aus alten Brötchen macht man Semmelmehl und ohne eine schöne Panade ist ein feines Wiener Schnitzel doch auch nur ein Lappen Kalbsfleisch. Und so kann vermeintlicher Unnutz bei positiver Betrachtung nahrhafter sein als schnödes Weihnachtsgebäck.

zum Nachdenken:

Wer ist dein Gewürz? Wer sorgt für die Rosinen in deinem Kuchen? Wer nascht deinen Teig? Advent ist die Zeit „Danke“ zu sagen: dem Bäcker und den Zutaten.

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